Frühe Städte im Vogtland

Frühe Städte im Vogtland: Weida, Gera und Plauen im Vergleich Ort: Museum Reichenfels

Referent: Dr. Christine Müller

Am 19. Januar 2020 waren zum ersten Sonntagsgespräch des VAVH im neuen Jahr mehr als dreißig Besucher in das Museum Reichenfels gekommen. Zu Gast war Dr. Christine Müller, die zur Siedlungsgeschichte unserer Region referierte. Die Vögte, denen das Vogtland seinen Namen verdankt, werden richtig als Vögte von Weida, Gera und Plauen bezeichnet. Sie waren es, die die Urbanisierung in unserer Region begannen. Jede der drei Hauptlinien gründete eine der benannten Städte in chronologischer Reihenfolge. Weida war im 13. Jahrhundert die größte, älteste und für die Vögte wichtigste Stadt während ihrer Herrschaft. 1209 erstmals urkundlich erwähnt beherbergte Weida zwei Bettelordenskonvente: die Franziskaner und Dominikanerinnen. Die Widenkirche „St. Marien“ wurde bereits in den 1190´er Jahren gegründet. Eine weitere Besonderheit in Weida sind die zwei Pfarrkirchen St. Marien in der Altstadt und die später erbaute Neustädter Peterskirche. Die Grundfläche beider Stadtteile war mit jeweils 10 ha annähernd gleich. Nach der Vereinigung der Weidaer Alt- und Neustadt im 14. Jahrhundert war Weida mit 20 Hektar Stadtfläche doppelt so groß wie Gera oder Plauen.

Gera wurde als Stadt erstmals 1237 urkundlich wähnt. In dieser Urkunde wurde der damalige Vogt Heinrich als Inhaber der Münze beschrieben. 1244 folgte dann Plauen mit der Erstnennung als Stadt. Weitere Städte unserer Region gründeten sich in den folgenden Jahrzehnten, so beispielsweise im Jahr 1271 Reichenbach, Ronneburg und Werdau um 1304, Berga folgte dann 1364.   Weitere Faktoren wie die geographische Lage und die Lage entlang überregionaler Straßen und Verkehrswege bestimmte die Entwicklung dieser Städte. Durch diese Faktoren verlor Weida bald den Status der Hauptstadt des Vogtlandes und wurde zum beschaulichen Städtchen mit Verwaltungscharakter. Ein industrielles Erblühen der drei Städte mit überregionaler Strahlkraft erfolgte erst Jahrhunderte später mit der Industrialisierung, die leider bis zum heutigen Tage nicht aufrechterhalten werden konnte.

Weiterführende Informationen zu diesem interessanten Thema finden Sie in der 25. Jahresschrift des Vereins für vogtländische Geschichte Plauen e.V., einem Tochterverein des Vogtländischen Altertumsforschenden Vereins zu Hohenleuben e.V. Kontakt: www.vogtland-geschichte.de bzw. Telefon 037431/149077.

A26.01.2020, Markus Freund

9-Feb-2020 | Nachlese

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