Die Wysburg – unser Osterspaziergang
Die Wysburg – ein Bodendenkmal im Westen des Vogtlandes
Osterspaziergang 2016 des VAVH
Der traditionelle Osterspaziergang des Vogtländischen Altertumsforschenden Vereines zu Hohenleuben führte am Ostersamstag nach Weißbach bei Remptendorf. Dort befinden sich die Reste der Wysburg oder Hohenwaldsburg. Sie wurde vermutlich im auslaufenden 13. Jahrhunderts im Auftrag der Vögte von Gera erbaut. In einer Urkunde aus dem Jahr 1320 wird die Wisburg, zusammen mit der Walsburg und der Wernburg als „raptores“ (Räuber), also Raubritterburgen bezeichnet. 1347 bezichtigte Friedrich der Strenge die Vögte der Unterstützung des Raubrittertums. Gemeinsam mit dem böhmischen König und späteren Kaiser Karl IV. übt er Vergeltung im „Vogtländischen Krieg“. Etwa 60 Befestigungen werden gestürmt und anschließend geschleift (zerstört). Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde das Gelände vermessen und sporadische Grabungen vorgenommen. Ab 1985 wurde im Auftrag des Weimarer Museums für Ur- und Frühgeschichte gezielt ausgegraben. Dabei fand man große runde Steine. Diese Steine wurden aus einer Entfernung von ca. 300 Metern mit einer Blide (Steinschleuder) auf die Mauern geschossen, um diese sturmreif zu machen. Ein besonders interessantes Ausgrabungselement ist eine 300 qm Wasser fassende Zisterne, in der das Oberflächenwasser gesammelt wurde.
Der Sage nach haben die Raubritter ein wertvolles goldenes Kegelspiel darin versenkt, damit es nicht in die Hände der Angreifer fallen sollte.
Im kleinen Museum von Weißbach werden die Funde der Ausgrabungen seit 1989 ausgestellt. Ein Höhepunkt der Vereinsarbeit sind Vorführungen des Steinschleuderns mit dem Nachbau einer Blide. Heute ist die Wysburg ein anerkanntes Bodendenkmal.
Joachim Thiele