Heinrich oh’ Heinrich …

Heinrich oh‘ Heinrich …

Ein Streifzug durch vögtische und reußische Geschichte.

Das Sonntagsgespräch des VAVH vom Monat Oktober hatte die Geschichte der Vögte und Reußen als Schwerpunkt.

Der Landschaftsname Vogtland geht auf die ab dem 11. Jahrhundert herrschenden Vögte von Weida, Gera und Plauen zurück. Kaiser Barbarossa setze diese zur Sicherung seiner östlichen Herrschaftsgebiete als Verwalter ein. Ihr Stammsitz wurde gegen 1160 die Osterburg in Weida, später kamen Schlösser und Burgen der verschiedenen Vogtslinien in unserer Heimat dazu.

Die 30 interessierten Zuhörer erfuhren, wie es sich mit dem Heinrich VI., XIII. oder LXXII. verhält, warum der Kranich im reußischen Wappen abgebildet ist, was Heinrich Posthumus mit dem Komponisten Heinrich Schütz zu tun hatte und warum sein detailliert geplantes Begräbnis in Gera doch nicht wie geplant verlief. Unterhaltsam und verständlich führte Antje Dunse durch reußische Geschichte – angefangen bei deren Vorfahren, den Vögten von Weida, Gera und Plauen, bis zur heute noch existierenden Linie Reuß-Köstritz.SONY DSC
Unter den reußischen Heinrichen – alle männlichen Nachkommen des Hauses Reuß wurden ab 1668 so benannt- befanden sich bekannte Persönlichkeiten. Genannt seien hier Heinrich Reuß von Plauen, ein Hochmeister des Deutschen Ordens und Heinrich VI. als Teilnehmer des großen türkischen Krieges,  gefallen 1697 in der Schlacht von Zenta. An ihn bzw. sein Pferd, welches er in der Schlacht führte, erinnert die im oberen Greizer Schloss gepflanzte Zenta Eiche. Sie kann noch heute besichtigt werden.
Nach dem Sturz der Monarchie und der Ausrufung der Republik in der Novemberrevolution erklärte im November 1918 Fürst Heinrich XXVII. Reuß jüngerer Linie (R.j.L.) für diese und als amtierender Regent des Fürstentums Reuß älterer Linie (R.ä.L), den Thronverzicht.

Abdankung

Abdankung

1919 wurden die beiden Freistaaten R.j.L und R.ä.L. zum Volksstaat Reuß mit der Hauptstadt Gera vereinigt. 1920 ging dann der Volksstaat nach der Gründung des Landes Thüringen als ein Teil von ihm auf.

.  Interessante Sehenswürdigkeiten der prävögtischen und vögtischen Besiedelung in unserer Umgebung gibt es zahlreiche. Die 1000 jährige Veitskirche und das Kloster Mildenfurt bei Wünschendorf, die Osterburg in Weida und die 800 jährige Burgruine Reichenfels, bei Hohenleuben sind einige von ihnen.
Die Reußen hinterließen Herrschaftssitze, Landschaftsparks und Denkmäler, die in Greiz, Gera, Schleiz, Plauen und Bad Köstritz zu besichtigen sind.
Weiterführende Literatur zum Thema ist im Museum Reichenfels erhältlich. Hier sei das Buch „Spuren im Land“ von Friedrich Wilhelm Trebge zu einem Preis von 24 € empfohlen.Spuren im Land, Trebke
Eine detaillierte Aufstellung der umfangreichen reußischen Geschichte ist im Internet in der freien Enzyklopädie wikipedia.de zum Stichwort „Haus Reuß“ zu finden.

Die Themen und Termine weiterer geplanter Sonntagsgespräche des Vogtländischen Altertumsforschenden Vereins zu Hohenleuben e.V., sind auf deren Internetseite im Menüpunkt „Aktuelles“ oder “Jahresplan” aufgeführt.

31.10.2015, Markus Freund

 

 

 

 

 

 

 

 

8-Nov-2015 | 2015, Nachlese

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